Die Theater-AG des Neuen Gymnasiums Stuttgart-Feuerbach


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"HIER im Stuttgarter Norden", 2. Juli 2002

Ausgezeichnete Amateure spielen den eigenbildeten Kranken
Komödie der Theater-AG des Neuen Gymnasiums in Feuerbach begeistert das Publikum in der Festhalle
Feuerbach (red). Die Theater-AG der Mittel- und Oberstufe des Neuen Gymnasiums unter der Regie von Ulrike Strubel-Sigloch führte diese wohl bekannteste Komödie Molières auf.

Gedacht war es als Abschiedsgeschenk an den am Ende des Schuljahres aus dem Amt scheidenden Schulleiter Dr. Klaus Müller, der als Romanist von dieser Wahl des Stückes natürlich begeistert war, zumal die Theatergruppe schon mit den Aufführungen der vergangenen Jahre gezeigt hat, dass sie sich an solch anspruchsvolle Stücke bedenkenlos heranwagen kann. Molière, der sich die Hauptrollen seiner Stücke selber "auf den Leib" schrieb, hat seinerzeit auch in diesem Stück die Hauptrolle gespielt. Er konnte das sehr überzeugend tun, denn er war wirklich krank, brach auf der Bühne zusammen und starb kurze Zeit später.
Seine vor Spielfreude strotzenden Nachfolger Miriam Geiß und Branimir Nikolov (viele Rollen waren doppelt besetzt) hatten da einen schweren Stand, meisterten aber die Rolle bravourös. Bettina Ruf und Kerstin Buttgereit verliehen der Rolle der nur aufs Geld spekulierenden zweiten Frau Argans, Béline, den notwendigen Schuss heuchlerischer Verstellung. Angélique, die den Vater, der sie mit einem ungeliebten, aber Dank seines Berufs scheinbar nützlichen Arzt Thomas Diafoirus (meisterhaft dargestellt von Katja Bauer) verheiraten will, trotz allem gern hat, bildet das Gegenstück zur Verstellung ihrer Stiefmutter. Der Spagat zwischen der lieben, dem Vater gehorchenden Tochter und der jungen Frau, die weiß, was sie will (nämlich Cléante, dem Alin Minda seinen ganzen männlichen Charme verlieh), gelang Katrin Hanke genau so gekonnt wie Sandra Tischendorf. Anna Schmidt und Pia-Marie Lorke spielten die Rolle des Dienstmädchens Toinette auf die gekonnt natürliche und etwas vorlaute Art, wie Molière sie konzipiert hatte, der in solchen Rollen gerne die Stimme des gesunden Menschen-verstandes ertönen ließ. Stefanie Kaschytza, Pascal Uhlmann,   Tom Krüger,   Nadine Schopf,
Bild aus Zeitungsartikel
Lachen ist gesund: Bei Molières Komödie "Der eingebildete Kranke" blieb kein Auge trocken. Eine Augenweide auch die Kostüme der Akteure, die allesamt selbst geschneidert waren.
Michael Berger und Vera Abramova hatten zwar kleinere Rollen, glänzten in ihnen aber genauso und machten den Theaterabend zu einem Erlebnis für das altersmäßig buntgemischte Publikum, das nicht zuletzt die enorme Gedächtnisleistung der Schülerinnen und Schüler bewunderte.
Die Meisterschaft Molières brachte es mit sich, dass jeder auf seine Kosten kam; von denen, die die Satire auf die Ärzte genossen bis hin zu jenen, die sich am derben Klamauk amüsierten. Die Theatergruppe, die Ulrike Strubel-Sigloch
in jahrelanger Arbeit zu einer für Amateure erstaunlichen Reife geführt hat, wird dem Neuen Gymnasium noch einige Jahre erhalten bleiben mit Ausnahme von Bettina Ruf, die nach dem Abitur natürlich nicht mehr zur Verfügung steht. Die Schule ist bei ihren Theaterprojekten autark geworden. Sie stellt selbst nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Techniker, die Licht und Ton Dank der eigenen Verstärkeranlage souverän beherrschen. Die Kulissen werden von     Schülern     im     Rahmen    ihres
Kunstunterrichts unter Leitung von Renate Radt und Gabriele Schweizer hergestellt. Besondere Bewunderung erregten die Kostüme, die nicht vom Staatstheater entliehen waren, wie viele glaubten, sondern von Sabine Miller in Eigenarbeit nicht nur konzipiert, sondern auch genäht worden waren, Begeisterter Applaus belohnte alle Akteure und ermutigte sie, sich neuen Herausforderungen zu stellen und ihren Beitrag zum kulturellen Leben in Feuerbach zu leisten.


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